Andreas Glöckner

Sozialpsychologie · Urteilen und Entscheiden · Universität zu Köln

Prof. Dr. Andreas Glöckner

Wie wir entscheiden: mit Bauch, mit Kopf und miteinander.

Ich erforsche, wie Menschen urteilen und entscheiden, wann sie einander vertrauen und über Gruppen- und Ländergrenzen hinweg kooperieren und was eine Gesellschaft zusammenhält. Aus diesen Befunden leite ich Empfehlungen für Politik, Justiz, Organisationen und Wissenschaft ab: für faire Entscheidungen, mehr Vertrauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Porträt von Andreas Glöckner

Entscheiden als Suche nach Stimmigkeit: Im Parallel-Constraint-Satisfaction-Modell aktivieren Hinweise zwei Optionen gleichzeitig, bis sich eine kohärente Deutung durchsetzt. Klicken zum Wiederholen.

seit 2018
Co-Editor-in-Chief, Judgment and Decision Making
2017–2019
Präsident der European Association for Decision Making
126
begutachtete Fachartikel, u. a. in Science, PNAS und Psychological Review
22.926
Zitationen, h-Index 54 (Google Scholar, Okt. 2026)
3,5 Mio. €
eingeworbene Drittmittel, u. a. von DFG, Max-Planck-Gesellschaft und GIF
Forschung

Urteilen und Entscheiden in sozialen und wirtschaftlichen Kontexten

Meine Arbeitsgruppe am Social Cognition Center Cologne der Universität zu Köln verbindet Grundlagenforschung mit Anwendung. Wir arbeiten mit Experimenten, Blickbewegungsmessung, Computermodellen und großen internationalen Studien.

Intuition

Intuition und Entscheidungsprozesse

Intuition ist mehr als ein vages Bauchgefühl. Das Gehirn verarbeitet viele Informationen gleichzeitig und automatisch und sucht nach einer stimmigen Gesamtdeutung. Wir modellieren diese Prozesse mit neuronalen Netzwerkmodellen und prüfen sie mit Blickbewegungen, Entscheidungszeiten und Konfidenzurteilen.

Anwendung: richterliche Urteile und Schöffen, Führungsentscheidungen, Entscheidungen unter Risiko

  • Glöckner & Witteman (2010), Thinking & Reasoning
  • Glöckner, Hilbig & Jekel (2014), Cognition
  • Forst & Glöckner (2026), Psychonomic Bulletin & Review
Vertrauen · Kooperation

Vertrauen, Kooperation und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Vertrauen und Kooperation sind soziales Kapital: Sie machen Gemeinschaften und Institutionen leistungsfähig. Wir untersuchen, wann Menschen teilen, vertrauen, Regeln befolgen, bestrafen oder bestechen, in anreizbasierten Experimenten und Studien mit Teilnehmenden aus bis zu 90 Gesellschaften, und wie soziale Normen und Stereotype die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg prägen.

Anwendung: Korruptionsprävention, gesellschaftlicher Zusammenhalt, internationale Zusammenarbeit, Fairness und Diskriminierung, Solidarität in Krisen

  • Dorrough & Glöckner (2016), PNAS
  • Dorrough, Köbis, Irlenbusch, Shalvi & Glöckner (2023), PNAS
  • Simpson, Eriksson, … Glöckner, … Van Lange (2026), American Sociological Review
Theorie · Methoden · KI

Bessere Wissenschaft

Viele psychologische Theorien sind zu vage, um sie wirklich zu prüfen. Ich entwickle Methoden zur präzisen Theoriespezifikation, setze mich für Open Science ein und nutze maschinelles Lernen als Maßstab dafür, wie gut Theorien menschliches Verhalten vorhersagen.

Anwendung: Forschungspolitik, Qualitätsstandards, KI als soziotechnisches System

  • Glöckner & Fiedler (2025), Zeitschrift für Psychologie
  • Glöckner, Jekel & Lisovoj (2024), Decision
  • Open Science Collaboration (2015), Science
Politik & Gesellschaft

Forschung für Politik und Gesellschaft

Vertrauen, Kooperation und faire Entscheidungen sind das soziale Kapital einer Gesellschaft. Sie halten sie zusammen und machen Institutionen leistungsfähig. Ich übersetze Forschungsbefunde in konkrete Empfehlungen für Politik, Justiz, Verwaltung und Wissenschaft.

Fairness

Faire Prüfungen in der Justiz

Studie zu Geschlechts- und Herkunftseffekten bei der Benotung juristischer Staatsexamen in Nordrhein-Westfalen. Die Befunde wurden vielfältig aufgegriffen.

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Korruption

Bestechung ist ansteckend

Experimente in 18 Ländern zeigen: Menschen bestechen vor allem, wenn sie erwarten, dass andere es auch tun. Prävention sollte deshalb bei geteilten Erwartungen und Normen ansetzen.

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Zusammenhalt

Normen, Vertrauen und Solidarität

Vergleichende Studien in bis zu 90 Gesellschaften zu sozialen Normen, Sanktionen und Hilfsbereitschaft, auch in Krisen wie der Corona-Pandemie.

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KI

KI als soziotechnisches System

Positionspapier der Fachgruppe Sozialpsychologie der DGPs zur Frage, wie Künstliche Intelligenz menschliches Urteilen, Vertrauen und Zusammenleben verändert (Psychologische Rundschau, 2026).

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Wissenschaft

Verlässliche Forschung

Empfehlungen für Qualität, Replizierbarkeit und Transparenz in der Sozialpsychologie sowie fünf Vorschläge für präzisere Theorien.

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Vorträge

Vorträge und Wissenstransfer

Ich spreche auf wissenschaftlichen Tagungen, in der Fortbildung für Justiz und Verwaltung und bei Veranstaltungen von Organisationen, auf Deutsch oder Englisch. Daneben berate ich ausgewählte Organisationen zu Personalauswahl und Entscheidungsprozessen.

Aktuelle Vorträge

  1. 10/2026 Keynote How to Analyze and Improve Theory Specification in Psychology: the Many Theorists Collaboration First Annual Meeting of the Theory Methods Society, Tilburg
  2. 10/2025 Keynote Psychology of Decision Making: How People Make Decisions IDeA-Workshop, DIPF Leibniz-Institut, Frankfurt am Main
  3. 04/2025 Vortrag Modeling Cross-National Social Preferences Cooperation Colloquium (online)
  4. 09/2024 Keynote Methodological Standards in Social Psychology: Achievements and Future Challenges SoDoc & Post-Doc Workshop der Fachgruppe Sozialpsychologie, FernUniversität in Hagen
  5. 04/2024 Vortrag Modeling Cross-National Social Preferences CREED, University of Amsterdam
  6. 07/2022 Keynote Big Data und Quick Data – Konsequenzen für eine effiziente Wissenschaft Symposium „Quick Data or Big Data?“, Universität Graz
Keynotes u. a.
  • Pfizer
  • Bremer Unternehmertage
  • Kongress der DGFP
  • Strafverteidigertag
  • DIPF Leibniz-Institut
Lehre in der Justiz
  • Deutsche Richterakademie
  • Justizakademie NRW
  • Oberlandesgericht Hamm
  • Hanseatisches Oberlandesgericht
  • Oberlandesgericht Celle
  • Landesarbeitsgericht Hamm
Beratung (Auswahl)
  • Deutsche Lufthansa AG
  • Jurafuchs
  • justplan GmbH
  • Globalpark GmbH
MedienFür Journalistinnen, Journalisten und alle Neugierigen

Medienanfragen und Beiträge

Ich ordne Fragen rund um Entscheidungen, Intuition, Kooperation und KI wissenschaftlich ein, auf Deutsch und Englisch, für Print, Radio, Fernsehen und Podcasts.

  • Bauchentscheidungen und Intuition
  • Entscheidungsfallen und Denkfehler
  • Kooperation, Solidarität und Normen
  • Korruption und Bestechung
  • KI und menschliches Entscheiden
  • Fairness bei Prüfungen und Bewertungen
  • Risikowahrnehmung in Krisen
  1. 10/2025 WirtschaftsWoche Bauch statt Belege? Wann Chefs auf ihr Gefühl hören sollten
  2. 07/2025 SZ Magazin Will ich ein Kind? Das hilft bei der Entscheidung
  3. 07/2025 heise online KI-Modell „Centaur“ sagt menschliches Verhalten voraus
  4. 07/2025 Der Tagesspiegel Einordnung zum KI-Modell „Centaur“
  5. 05/2025 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Mango oder Drachenfrucht
  6. 05/2024 DEB Seminar Modeling Social Preferences in Cross-National Interactions
  7. 07/2023 Express Köln, warum bist du so dreckig?
  8. 06/2023 Podcast FotoPsychoLogisch Intuition und Fotografie
  9. 03/2023 Süddeutsche Zeitung Wie sich Menschen in Fehlurteilen verheddern

Expertenprofil beim Science Media Center Presseanfragen per E-Mail

Aktuelles

Neue Beiträge und Videos

Neue Studien, Vorträge und Gedanken zum Entscheiden, aus meinen Beiträgen auf LinkedIn und meinem YouTube-Kanal.

Mehr auf LinkedIn Zum YouTube-Kanal Xing

PublikationenFür Forschende

Ausgewählte Publikationen

  1. Glöckner, Diller, Froehlich, … & Rudert (2026). Psychologische Rundschau Künstliche Intelligenz als soziotechnisches System: Eine Perspektive der Fachgruppe Sozialpsychologie Positionspapier der Fachgruppe Sozialpsychologie: KI verändert, wie Menschen urteilen, einander vertrauen und zusammenleben.
  2. Simpson, Eriksson, … Glöckner, … Van Lange (2026). American Sociological Review How norms depend on the presence and status of observers: The relational contingency of everyday behaviors in 90 societies Was im Alltag als angemessen gilt, hängt in 90 Gesellschaften stark davon ab, wer zusieht.
  3. Clemens, Orifici, Froehlich, Glöckner & Dorrough (2025). PNAS Nexus Beyond ingroup favoritism: Investigating cross-national social preferences across 25 nations Wie großzügig Menschen gegenüber anderen Nationen sind, hängt nicht nur von „wir gegen die“ ab, sondern auch von Ähnlichkeit, Wirtschaft und gemeinsamer Geschichte.
  4. Glöckner & Fiedler (2025). Zeitschrift für Psychologie How to improve theory specification in psychology: A review and five policy suggestions Psychologische Theorien sind oft zu unscharf, um sie zu prüfen. Fünf konkrete Vorschläge, wie sich das ändern lässt.
  5. Forst & Glöckner (2026). Psychonomic Bulletin & Review Intuitive and deliberate decisions can be accounted for by the same cognitive process model Intuitive und überlegte Entscheidungen lassen sich mit demselben Denkprozess erklären.
  6. Glöckner, Jekel & Lisovoj (2024). Decision Using machine learning to evaluate and enhance models of probabilistic inference Maschinelles Lernen zeigt, wie viel besser Entscheidungstheorien noch vorhersagen könnten.
  7. Dorrough, Köbis, Irlenbusch, Shalvi & Glöckner (2023). PNAS Conditional bribery: Insights from incentivized experiments across 18 nations In 18 Ländern bestechen Menschen vor allem dann, wenn sie erwarten, dass andere es auch tun.
  8. Jekel, Glöckner & Bröder (2018). Psychological Review A new and unique prediction for cue-search in a parallel-constraint satisfaction network model: The attraction search effect Wir suchen bevorzugt Informationen über die Option, die wir ohnehin schon attraktiver finden.
  9. Dorrough & Glöckner (2016). PNAS Multinational investigation of cross-societal cooperation Wie kooperativ Menschen sind, hängt stark davon ab, mit wem sie es zu tun haben.
  10. Glöckner (2016). Judgment and Decision Making The irrational hungry judge effect revisited: Simulations reveal that the magnitude of the effect is overestimated Der berühmte Befund, hungrige Richter urteilten strenger, ist vermutlich stark überschätzt.
  11. Open Science Collaboration (2015). Science Estimating the reproducibility of psychological science Das große Replikationsprojekt der Psychologie, an dem ich als Koautor beteiligt war.
  12. Glöckner & Witteman (2010). Thinking & Reasoning Beyond dual-process models: A categorisation of processes underlying intuitive judgement and decision making Intuition ist nicht eins: Die Arbeit unterscheidet vier Arten intuitiver Prozesse.

Alle Publikationen auf Google Scholar ORCID ResearchGate Arbeitsgruppe an der Universität zu Köln

Werdegang

Beruflicher Werdegang

  1. seit 2018Professor für Sozialpsychologie (W3)
    Universität zu Köln, Social Cognition Center Cologne
  2. 2013–2025Senior Research Fellow
    Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, Bonn
  3. seit 2004Berater für strategisches Human Resource Management
    freiberuflich
  4. 2015–2018Professur Allgemeine Psychologie: Urteilen, Entscheiden, Handeln
    FernUniversität in Hagen
  5. 2012–2015Professur Psychologische Diagnostik, Urteilen und Entscheiden
    Universität Göttingen
  6. 2007–2013Leiter der Max-Planck-Forschungsgruppe „Intuitive Experts“
    Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, Bonn
  7. 2011Habilitation in Psychologie
    Universität Erfurt
  8. 2006Promotion (summa cum laude)
    Universität Erfurt, Automatische Prozesse bei Entscheidungen
  9. 2001–2004Personalreferent und Projektleiter, Führungskräfteentwicklung
    Deutsche Lufthansa AG
  10. 1995–2001Diplom in Psychologie mit Nebenfach BWL
    Universität Heidelberg; MSc in Psychologie an der University of Oregon bei Paul Slovic (1999–2000)
Netzwerk

Ehemalige und Kooperationen

Ehemalige Doktorandinnen (Auswahl)

  • Prof. Dr. Angela Dorrough Professorin für Behavioral Economics und Interkulturelle Psychologie, FernUniversität in Hagen Promotion 2013–2017
  • Prof. Dr. Susann Fiedler Professorin für Wirtschaft und Psychologie, WU Wien Promotion 2010–2013, Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft
  • Dr. Marie Hellmann Psychologische Psychotherapeutin, Köln Promotion 2022, Universität zu Köln
  • Dr. Dorothee Mischkowski Marie-Curie-Fellow, Universität Leiden Promotion 2013–2019

Kooperationen (Auswahl)

Kontakt

Kontakt

E-Mail
andreas.gloeckner@uni-koeln.de

Anfragen zu Vorträgen, Medien und Kooperationen gern per E-Mail oder über das Formular, auf Deutsch oder Englisch.

Adresse
Prof. Dr. Andreas Glöckner
Universität zu Köln
Social Cognition Center Cologne
Richard-Strauss-Str. 2
50931 Köln
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